Alltag, Entwicklung
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Wie Kinder durch kleine Dinge Großes lernen

Kind lernt durch kleine Dinge

Kinder lernen jeden Tag durch eigenes Tun. Sie lernen durch nachahmen oder ausprobieren. Sie einfach machen zu lassen und nur einzugreifen, wenn es nötig ist – diesen Grundsatz kennen sicher die meisten Eltern.

Die Frage ist dabei immer wann wir eingreifen sollten. Greifen wir vielleicht oft zu früh ein, weil wir helfen wollen? Ich bin seit andertalb Jahren Papa und mittlerweile davon überzeugt, dass Kleinkinder vor allem durch die kleinen Dinge lernen. Durch Dinge, die uns Erwachsenen unwichtig erscheinen. Diese nehmen wir dadurch nicht als Lernmöglichkeit für unsere Kinder wahr. Ich glaube, dass das häufiger passiert, als wir ahnen.

Ich möchte ein kleines Beispiel geben.

Das Sandspielzeug unseres Sohnes tragen wir täglich in einem Beutel auf den Spielplatz. Genau wie viele andere Eltern auch. Dort angekommen wird der Beutel von den meisten Erwachsenen ausgekippt und das Kind kann spielen. Oder andere Kinder, so ist es ja meistens.

Der Beutel ist nun leer und das Kind spielt. Wir hätten den Beutel aber auch einfach in den Sand legen können, damit sich das Kind die Spielsachen selbstständig herausnimmt.

Genau so machen wir es seit einiger Zeit. Es ist sehr faszinierend zu beobachten, welche Schwierigkeit das Leeren eines Beutels darstellen kann. Vor allem aber: was unser Sohn dabei alles lernt.

Er hat auch nach unzähligen Versuchen noch nicht die perfekte Lösung gefunden. Mal schüttelt er, mal greift er hinein. Manchmal schafft er es alleine, manchmal soll ich helfen. Er ist immer eine kleine Weile beschäftigt.

Wir sind aber noch die einzigen auf dem Spielplatz, die das so machen.

Ein Kind realisiert selbst bei so unwichtig erscheinenden Tätigkeiten ganz genau, wie etwas funktioniert. Es lernt zum Beispiel:

  1. In dem Beutel kann man etwas transportieren
  2. Irgendwo hat der Beutel eine Öffnung
  3. Öffnung nach unten, dann kann etwas herausfallen
  4. Öffnung nach oben, dann muss ich hineingreifen
  5. Schütteln hilft. Ich muss aber lange schütteln
  6. Die Öffnung muss unten sein, wenn ich schüttele
  7. Will ich hineingreifen, muss ich den Beutel mit der anderen Hand aufhalten
  8. Mit nur einer Hand bekomme ich das Spielzeug nur einzeln heraus
  9. Schütteln geht schneller

Genauso vielfältig sind die körperlichen und geistigen Fähigkeiten, die beim Leeren des Beutels ausgebildet werden. Die Finger müssen den Beutel an der richtigen Stelle anfassen. Wenn sich alles verhäddert, braucht man Geduld. Manchmal ist der Arm zu kurz zum Hineingreifen, dann muss die Strategie gewechselt werden.

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Nicht zu unterstätzen ist auch, wie sich unser Sohn freut, dass er alle seine Spielsachen aus dem Beutel geholt hat und endlich mit ihnen spielen kann. Dieses Erfolgserlebnis kann ihn anspornen, mehr selbstständig auszuprobieren und sich Neues zu trauen.

Und wir können darauf aufbauen. Ich kann in Zukunft auch sagen: Geh ruhig zum Kinderwagen und hol die den Beutel. Mehr braucht es dann nicht. Den Rest kann er ganz alleine.

Das Beispiel mit dem Beutel ist natürlich ziemlich universell auf andere alltägliche Situationen übertragbar. Sie zu finden ist etwas schwieriger. Das wichtigste Hilfmittel dabei ist die Beobachtung. Beobachtet das eigene Handeln. Wir Erwachsenen können alles, dewegen tun wir es einfach. Gegenüber unserem Kind können wir uns aber auch bewusst zurücknehmen und ihm Kompetenzen übertragen.

Photo by Patrick Fore on Unsplash


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