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Warum ich meine Selbstständigkeit (fast) aufgebe und einen Arbeitsvertrag unterschrieb

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Heute möchte ich ein kleines Update geben, was bei mir und uns gerade los ist. Fast etwas überraschend habe ich meine Selbstständigkeit deutlich reduziert und bin wieder ein fest angestellter Arbeiter. Ich hätte es vor wenigen Wochen selbst kaum glauben können. Aber die Gelegenheit war da, sie war günstig und der Job passt perfekt zu unserer aktuellen Familienkonstellation. Nun bin ich als Beleuchter am städtischen Theater angestellt. Spannend!

Aber warum denn? Du mochtest die Selbstständigkeit.

Ja, das stimmt – fast. Ich mochte und mag an selbstständiger Arbeit die Freiheit, zu arbeiten, wo und wann ich möchte. Zumindest in der Theorie funktioniert das auch uneingeschränkt gut. In Wirklichkeit aber kommen die Anrufe dann, wenn es gerade nicht passt (beim Abendessen oder gerade wenn das Kind aus dem Mittagsschlaf erwacht). Und dann muss es schnell gehen. Oder aus „ganz kurz mal“ wird ein halber Tag Arbeit.

Da unser Sohn noch nicht in eine Kita geht und meine Frau seit Dezember auch selbstständig ist, war es teilweise schwierig, dass alles unter einen Hut zu bringen. Es ging, war aber kräftezehrend.

Und ich brauchte auch mal wieder den Kopf frei von Umsatzsteuer- und Einkommensteuervorauszahlungen, überhöhten Krankenkassenbeiträgen und Nachzahlungen ans Finanzamt. Kleiner Tipp am Rand an alle Existenzgründer: Spart im ersten Jahr soviel ihr könnt, im zweiten Jahr will ständig jemand irgendwelche hohen Beiträge haben. Juhu. Nicht.

Was ändert sich damit für uns?

Ich werde nun 20 Stunden in der Woche arbeiten – zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Mal am Morgen, mal abends. Ich kann den Dienstplan mit beeinflussen und damit festlegen, an welchen Tagen ich nicht arbeiten kann oder möchte. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass unser Kind hier zu Hause sein und das ich weiterhin viel Zeit mit meinem Sohn verbringen kann.

Meine Arbeitsstelle ist 6 Minuten mit dem Fahrrad von unserer Wohnung entfernt. Besser geht es kaum. Vorbei sind damit die Zeiten, an denen ich eine ganze Woche in der Republik unterwegs war. Ich bin zu Hause, jeden Abend.

Außerdem erwartet mich eine mega abwechslungsreiche Arbeit, die ganz sicher jeden Tag anders ist. Genau sowas brauche ich auf Dauer um zufrieden zu sein. Und durch die 20 Stunden kann ich immer noch einen Teil meiner Selbstständigkeit weiterverfolgen.

Eine Win-win-Situation, wenn man so will. Ich bin sehr zufrieden.

Photo by Joanna Kosinska on Unsplash

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