Alltag, Gestalten

Gezieltes spielen statt Chaos. Unsere Spielecke

Eine Spielecke für das Kleinkind

Das Thema Spielzeug für Kinder ist durchaus ein streitbares. Alles aus Holz oder auch Plastik? Darf es blinken, fiepen oder sprechen? Lieber schlicht oder quietschebunt?

Wir haben von allem ein bisschen – nur quietschen und fiepen konnten wir bisher vermeiden. Uns war neben der Art des Spielzeuges auch immer wichtig, dass es nicht unendlich viel zur Auswahl gibt. Das Baby und jetzt Kind sollte sich nicht überfordert fühlen.

Wie bewahren wir das Spielzeug auf?

In den ersten Monaten hatten wir Kisten in der Wohnung verteilt, in der alles Spielzeug gesammelt wurde. Eine stand in der Küche und eine im Wohnzimmer. Unser Sohn wusste, dass er darin spannende Dinge finden konnte und bediente sich oft alleine. Für uns hatte dieses System den Vorteil, dass wir am Abend immer einfach alles in die Kisten schmeißen konnten. Aufräumen auf die einfachste Art.

Mit der Zeit und trotz neuer Spielsachen ebbte das Interesse des Kindes an diesen Kisten ab. Andrin las zu dieser Zeit intensiv über die Gestaltung einer kindgerechten Umgebung. Gerade bei Montessori gibt es die Überlegung, dass Kinder sich konzentrierter und ausdauernder beschäftigen, wenn sie nur wenige Sachen vor sich haben. Wenn sie genau begreifen können, was was ist.

Unsere Kisten, gefüllt mit Chaos, haben überfordern. Wir beschlossen, klare Strukturen zu schaffen.

Also gestalteten wir um. Statt zwei Kisten gibt es eine ganze Spielecke. Dort liegt ein Teppich, der den Bereich etwas ein- und abgrenzt. Jedes Spielzeug hat in diesem Bereich einen eigenen, festen Platz. Dafür kauften wir verschiedene Behältnisse, die offen sind. Jetzt liegen die Walnüsse in einer Schale, in einer anderen die Steckbauklötze und daneben in einer Kiste alle Kuscheltiere. Für Bücher gibt es ebenfalls eine Kiste.

Als wir die Spielecke eingerichtet hatten, konnten wir eine große Veränderung im Spiel unseres Sohnes feststellen. Er wählte ganz bewusst eine dieser Behältnisse aus und spielte mit den Dingen, die darin waren. Und er spielte merklich länger mit einer Sache.

Dinge, die ihn vorher nie wirklich interessierten, rückten jetzt in sein Bewusstsein. Die Holzscheiben und Walnüsse waren bis dahin gänzlich uninteressant. Seit sie jeweils eine eigene Kiste haben, entscheidet unser Sohn sich auch für diese Spielzeuge. Dank der Übersichtlichkeit kann er jedes Spielzeug bewusst wahrnehmen.

Natürlich ist manchmal schon zur Mittagszeit die ganze Spielecke übersät mit Spielzeug. Das ist dann aber auch meist der Punkt, an dem er keine Lust mehr hat, dort weiterzuspielen.

Wir räumen die Spielecke durchaus mehrmals täglich auf. Da alles einen festen Platz hat, geht das sehr schnell. Mittlerweile kann das Kind dabei auch helfen, denn auch er weiß inzwischen, wo was hingehört. Und dann geht das Spiel von vorne los.

Ich würde nicht sagen, dass wir jetzt wirklich eine Spielecke nach Montessori haben, aber es lehnt daran an. Wer mehr über das Konzept lesen möchte, schaut zum Beispiel bei Eltern vom Mars vorbei. 

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