Alltag
Kommentare 1

Eine Blogparade: Fünf gute Gründe für Papa-Elternzeit!

Was das Tolle an Elternzeit für Väter ist

Rüdiger von mannpluskindgleichvater.de hat zu einer Blogparade aufgerufen. Das Thema ist groß und wichtig: Fünf gute Gründe für Papa-Elternzeit! 

Seit einigen Jahren ist die Elternzeit für Väter etabliert. ich befürchte aber, dass viele Papas vor allem des Geldes wegen den 13. und 14. Monat Elternzeit nehmen – dabei gibt es viele Gründe, ernsthaft so viel wie möglich Zeit mit seinem Kind zu verbringen.

Ich selbst bin ein Teilzeit-Langzeit-Elternzeit-Papa. Ich habe zwar auch zwei Monate „reguläre Elternzeit“, die in zehn Tagen endet. Das ist aber nicht viel mehr als eine Formalie. Ich bin seit der Geburt unseres Sohnes vor 13 Monaten in der Regel zwei Wochen am Stück arbeiten – und dazwischen 2 bis 3 Wochen zu Hause. Genug Zeit also, um auch etwas zum Thema Elternzeit sagen zu können.

Den einen Grund für eine Elternzeit gibt es natürlich nicht. Rüdiger hat deswegen gleich nach 5 Gründen gefragt – es sind in Wahrheit aber viel, viel mehr.

1. Vorbild sein

Ich gebe zu, ich bin gerne ein Papa, der nach außen sichtbar für sein Kind da ist. Wenn wir zu dritt unterwegs sind, fühle ich mich schlecht, wenn Andrin den Kinderwagen schiebt. Ich sehe dann so unbeteiligt aus. Das Kind muss unterwegs in die Trage? Ich mache das! Bis wir nach Magdeburg gezogen sind, ist das in Berlin sicher nie aufgefallen. Hier aber werde ich noch immer interessiert angeschaut, wenn ich mit dem Sohn in der Manduca spazieren gehe. Das für mich selbstverständliche ist in meinem gesellschaftlichen Umfeld noch relativ neu. Deswegen schreibe ich hier, deswegen schiebe ich den Kinderwagen, deswegen sieht man mich als aktiven Papa.

2. Mitentscheiden können

So wie Andrin und ich uns die Care-Arbeit teilen, teilen wir uns auch die Verantwortung. Es entscheidet nicht nur Mama, wie wir unser Kind impfen, was es für Klamotten tragen soll oder welches Spielzeug in Frage kommt. Ich entscheide genauso. Und das kann ich nur, weil ich durch die viele gemeinsame Zeit weiß, was für unseren Sohn gut ist und was nicht. Denn ich bin nicht nur mal für ein paar Stunden am Wochenende Papa. Ich bin wirklich involviert.

3. Eigene, neue Grenzen kennenlernen

Ich wusste vor der Geburt ungefähr, wie belastbar ich bin. Nachtschichten, 14 Stunden Arbeitstage, an einem Wochenende zwei Hochzeiten fotografieren – alles machbar. Ich wusste, wie ich mit langen, anstrengenden Tagen umgehen muss.

Dann aber kam das Kind. Und hey, irgendwie war bisher alles Pipifax. An manchen Tagen bin ich schon nach 4 Stunden schwankender Kinderlaune fix und alle. Da hilft es nur, Strategien zu entwickeln, wie man sich fünf Minuten Ruhe und Freiraum schaffen kann. Ich weiß inzwischen, dass die Murmelbahn das Kind wunderbar ablenkt und er sich damit alleine beschäftigt, so dass ich mir einen frischen Kaffee machen kann. Aber nur für zehn Minuten, dann braucht es etwas Neues. Oder das wir in der größten Not uns einfach gemeinsam ans Fenster stellen und auf die Straße gucken. Und das ihn das unglaublich schnell beruhigt.

4. Vertrauen aufbauen

Nach einer Woche, in der ich statt zu Hause arbeiten bin, fremdelt mein Sohn immer einen Tag lang. Wir haben dann beide an unserer Trennung zu knabbern. Spätestens nach zwei Tagen ist dann aber alles wieder gut und ich werde als gleichwertig zu Andrin akzeptiert und wahrgenommen. Ich denke, dass diese Akzeptanz eine andere wäre, würde ich nur am Abend und dem Wochenende ein aktiver Papa sein. Das ist der Grund, warum meine Zeiten zu Hause auch mindestens zwei Wochen lang sein sollen. Das Kind soll wissen, dass ich wirklich da bin und erst einmal bleibe. Von Morgens bis Abends.

Natürlich baut sich das Vertrauen auch auf, wenn man sein Kind nach der Arbeit ins Bett bringt. Aber dann „erwischt“ man es immer nur in einer Situation. Wenn ich als Papa nicht dabei bin, wenn es auf dem Spielplatz vom Sandkastenrand plumpst, dann wird es nicht wissen, dass es auch bei Papa Trost findet. Oder dass auch ich ihm beim Banane essen eine richtige Hilfe sein kann. Dass es mit den widerspenstigen Bauklötzen auch zu mir kommen kann. Um dieses Vertrauen aufzubauen ist eine Elternzeit ideal.

5. Nichts verpassen

Eigentlich müsste dieser Grund ganz oben stehen, ist er doch der schönste. Aber eben auch der selbstverständlichste. Ein Kind beim wachsen und lernen zuzusehen, ist wahninnig toll. Ich bin froh, auch zu Andrin sagen zu können: Heute hat er diesunddas zum ersten Mal gemacht! Ich hatte fast genauso viele erste Male wie Andrin. Und darüber bin ich extrem froh!

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.